Egal ob im Haushalt, beim Heimwerken oder bei der Gartenarbeit – eines der wichtigsten Werkzeuge ist und bleibt ein stabiles Messer. Aber was tun wenn man gerade kein stabiles Outdoormesser zur Verfügung hat? Ganz klar, man baut sich eins! Genau darum geht es in diesem Artikel.
Ich möchte dir zeigen wie du mit wenig Aufwand ein stabiles Messer ohne Zukaufteile und ganz ohne Schmiede selbst aus einem alten Kreissägeblatt herstellen kannst.

Zeitaufwand: ca. 4h
Schwierigkeitsgrad: 2/5
Kosten: 0€

Benötigtes Werkzeug

Als Basis an Werkzeugen sollte zumindest eine Flex, eine Bohrmaschine, ein Bunsenbrenner und ein Schleifgerät vorhanden sein. Je größer das Werkzeug desto leichter hast du es. Daher bevorzuge ich eine Säulenbohrmaschine und einen Bandschleifer zur Bearbeitung.

Messer bauen – die Bauanleitung

Schablone auf Papier mit Umrissen der Messer
Schablone auf Papier mit Umrissen der Messer

Als Erstes habe ich mir eine Vorlage ausgedruckt, die den Umriss des Messers festlegen. Diese wird nun auf das Sägeblatt aufgeklebt. Ich bevorzuge es die Schablone mit Holzleim aufzukleben, denn dieser klebt das Papier binnen Minuten bombenfest auf das Metall und nichts verrutscht mehr.

Schablone auf Kreissägeblatt geklebt
Schablone auf Kreissägeblatt geklebt

Jetzt kommt die Flex zum Einsatz. Mit dieser wird der Messerrohling aus dem Sägeblatt ausgeschnitten. Je näher du an den Linien entlang schneidest umso weniger musst du später schleifen.

Messer aus Kreissägeblatt ausgeschnitten

Die Rundungen habe ich Kammförmig eingeschnitten und dann entfernt. Nachdem dies erledigt ist werden die Kanten mit Hilfe des Bandschleifers geglättet und in die richtige Form gebracht. Als Nächstes geht es an die Klinge. Diese wird ebenfalls mithilfe des Bandschleifers in Form gebracht. Dabei musst du darauf achten, dass die Schneide später genau mittig zum Heft verläuft und der Winkel auf beiden Seiten gleichmäßig ist.

Schneide einbohren

Somit ist der Rohling des Messers nun fertig.

fertiger Messer Rohling
fertiger Messer Rohling

Die Klinge benötigt jetzt noch den Feinschliff. Dies habe ich mit einer drehzahlverstellbaren Bohrmaschine mit einem Klettaufsatz für 125mm Schleifscheiben bewerkstelligt.

Schleifscheiben
Schleifscheiben

Angefangen habe ich mit einer Körnung von 80. Danach folgten die Körnungen 120, 140, 400 und als letztes 600. Bei 400 und 600 habe ich etwas Öl auf dem Schleifpad verteilt.

Den Messergriff selber bauen

Für den Griff habe ich mich für Mammutbaum-Holz entschieden, denn dieses lässt sich einfach bearbeiten und ist extrem leicht. Dazu habe ich als Erstes die Griffform auf das Holz übertragen und mit der Kappsäge auf die gewünschte Breite von 12mm gebracht. Die vorgezeichnete Form habe ich dann mit der Stichsäge ausgesägt.

Messer liegt auf Holz um Löcher einzuzeichnen

Nun werden die Löcher ebenfalls auf dem Holz angezeichnet und dann gebohrt. Als Nächstes habe ich Kupferstifte eingesetzt, die für zusätzliche Stabilität sorgen. Den Griff habe ich danach mit Zweikomponentenkleber aufgeklebt. Das Ganze wird mit Schraubzwingen zusammengepresst und bis zum Aushärten des Klebers ruhen gelassen.

Messer und Holzgriff in Schraubzwinge eingespannt
Messer und Holzgriff in Schraubzwinge eingespannt

Danach werden die Kupferstifte mit dem Körner eingeschlagen. Dadurch bildet sich eine Art Pilz-Form, die den Griff stabilisiert.

Kupferstifte mit Körner eingeschlagen
Kupferstifte mit Körner eingeschlagen

Nun müssen nur noch die Konturen des Holzes abgeschliffen werden, bis sie mit dem Metallheft übereinstimmen.

Als vorletzten Schritt werden alle Kanten so angepasst, dass das Messer gut in der Hand liegt. Ebenfalls wird der Griff zum Schutz gegen Feuchtigkeit mit Öl behandelt.
Das Schärfen des Messers übernimmt dann der Wetzstein.

Damit ist mein komplett selbst hergestelltes (Outdoor)Messer fertig.

Hier noch ein paar weitere Bilder:

Ich hoffe dieser Artikel hat dir gefallen und wenn du noch Fragen oder Anregungen hast, kannst du diese wie immer gerne in die Kommentare schreiben.

Danke fürs Lesen und bis zum nächsten Mal.

Tobi 😉

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