Heute möchte ich euch mein neustes Projekt vorstellen: einen modernen und doch rustikalen Couchtisch/Wohnzimmertisch mit Epoxidharz selbst gebaut. Doch bevor es losgeht, hier erst einmal alle benötigten Werkzeuge und Materialien, die zum Bau benötigt werden. Ich wünsche euch viel Spaß beim Lesen und vielleicht ja auch beim Nachbauen.

Benötigtes Material

  • Ein paar alte Bretter
  • 2m blanke Eisenkette 8mm stark
  • Eine ausgediente Glasplatte
  • 100 x 200mm Stahlblech, 4mm stark
  • 3 Liter Epoxidharz und Härter
  • Druckfeder, 1m x 100mm (d)
  • Schwarzer Sprühlack
  • Gewindestange, 1m M10
  • Schrauben in verschiedenen Längen
  • 16 Stück Muttern M10
  • Holzleim*
  • Klebeband*
  • Holzöl

Benötigtes Werkzeug

Lasst euch bitte von der langen Liste der Materialien und Werkzeuge nicht abschrecken, die meisten Materialien stammen aus meinen Sammelsurium, welches über die Jahre entstanden ist. Ihr könnt euren Tisch natürlich auch mit anderen Materialien bauen, je nach dem was ihr Zuhause habt und ganz nach euren Vorstellungen. Mein Tisch soll lediglich als kleine Inspiration dienen.

Kosten für den selbstgebauten Couchtisch

Die Kosten für dieses Projekt beliefen sich auf ca. 100€, wer das gesamte Material kaufen muss, sollte allerdings mit circa dem dreifachen rechnen. Das klingt jetzt erstmal relativ teuer, Couchtische in dieser Ausführung kosten aber oftmals 500€ und mehr. Daher macht das selber bauen nicht nur Spaß, sondern lohnt sich auch finanziell.

Den Couchtisch bauen – Die Bauanleitung

Die Tischplatte

Als Erstes muss das Holz für die Tischplatte vorbereitet werden. Meine Bretter stammen aus Dielen von einem über 100 Jahre altem Haus. Je älter das Holz umso schöner finde ich es. Bei so altem Holz sollte man dies aber zuvor gründlich untersuchen: ist es morsch oder porös dann ist es meist nur noch zum Verbrennen geeignet. Ebenso sollte man bei Pilzbefall von einer Weiterverarbeitung absehen. Ich hatte Glück, bis auf wenige Ausnahmen sind meine Bretter in sehr gutem Zustand.

Wer das ganze etwas moderner oder einfacher möchte, kann auch auf eine fertige Holzplatte zurückgreifen.

Um aus den Brettern eine stabile Tischplatte bauen zu können müssen diese zuvor vorbereitet werden. Da die Dielen alle unterschiedlich stark waren, werden diese mithilfe der Hobelmaschine als Erstes auf die gleiche Dicke und danach mit der Tischkreissäge auf die gleiche Breite gebracht.

Als Nächstes muss aus den einzelnen Brettern eine geschlossene Platte entstehen. Dazu werden diese an den sich berührenden Seiten gefräst und dann verleimt. Dadurch erhält man eine stabile und robuste Tischplatte.

Nach 48 Stunden Zeit zum Trocknen kann die Platte aus der Presse entnommen werden und ist zum Weiterbearbeiten bereit. Als Nächstes muss die Platte auf der Stirnseite im 90° Winkel abgesägt werden. Dies kann entweder mit einer Tisch- oder Handkreissäge erfolgen.

verleimte Tischplatte

Nun wird die Platte ausgemessen und aus den gleichen Brettern ein Rahmen auf Gehrung gesägt. Dieser wird ebenfalls verleimt und 48 Stunden trocknen gelassen.

Rahmen um Tischplatte befestigt

Nun werden evtl. entstandene Unebenheiten und Rückstände von Holzleim mit einem Bandschleifer entfernt.

Grundplatte für die Tischplatte

Epoxidharz gießen

Warum Epoxidharz verwenden?

Epoxidharz ist nicht jedermanns Sache, aber die Vorteile überwiegen bei weitem. Vor allem bei einem Tisch, auf den auch mal etwas Tomatensoße tropfen kann, wäre es sehr schade das Holz mit der Zeit zu verunstalten. Gerade durch die vielen Poren, Wurm- und Astlöcher wird es relativ schwierig den Tisch sauber zu halten. Epoxidharz schließt die Löcher und schafft eine glatte, glasklare und einfach zu reinigende Oberfläche.
Man könnte natürlich auch anstelle des 2 Komponenten Harzes eine Glasplatte über das Holz legen. Dies wäre zwar einfacher aber bei weitem nicht so schön. Auch der Preis für eine maßgeschneiderte Glasplatte ist ein Contra für diese Idee.

Die Verarbeitung

Zur Verarbeitung von Epoxidharz kann hier leider keine allgemeingültige Anleitung gegeben werden. Je nach Hersteller unterscheidet sich die Verarbeitung etwas. Daher ist es wichtig die Herstellerangaben genau zu befolgen. Schon kleine Abweichungen im Mischverhältnis oder der Umgebungstemperatur können katastrophale Auswirkungen haben und den ganzen Tisch ruinieren. Ich empfehle auf jeden Fall ein deutsches Produkt mit einem Mischungsverhältnis von 2:1. Außerdem sollte darauf geachtet werden, dass es sich um ein glasklares Harz handelt. Das Harz wird dann exakt nach Herstellerangaben in einer Schale gemischt. Da beim vermischen der zwei Komponenten Wärme entsteht sollte die Schale nicht zu klein sein, denn je kleiner und höher die Schale umso mehr Wärme entsteht. Es besteht Verbrennungsgefahr. Daher sollte man lieber eine etwas breitere Schale wählen.
Beim Mischen sollte man ebenfalls darauf achten, nicht zu viel Luft in das Gemisch einzubringen. Diese ist nur schwer wieder zu entfernen, daher lieber etwas langsamer rühren und dafür länger. Auch die Außentemperatur ist entscheidend: je wärmer es ist umso kürzer wird die Verarbeitungszeit. Bei Temperaturen über 30°C sollte lieber abgewartet werden, bis diese wieder Fallen. Da Epoxidharz im flüssigen Zustand gesundheitsschädlich ist, sollten Schutzbrille und Einweghandschuhe zur Minimalausrüstung gehören.

Vorbereitung

Bevor das Epoxidharz aufgetragen werden kann, muss die Fläche sauber, trocken, Öl- und Fettfrei sein. Damit das Harz nicht seitlich von der Platte läuft wird ein Rand mit Klebeband angebracht. Zusätzlich wird die Rückseite mit Paketband abgeklebt. Dies verhindert, dass das Harz durch die Löcher im Holz verschwindet.

 

Ist die Platte fertig vorbereitet kann das Harz eingegossen werden: Durch klopfen und hin-und-her bewegen wird das Harz gleichmäßig auf der Tischplatte verteilt. Entstandene Luftblasen können mit einer Nadel zum Platzen gebracht werden. Um eine Schicht von 1 mm auf einen Quadratmeter aufzubringen, wird 1 Liter Harz benötigt. Für meinen Tisch habe ich insgesamt 3 Liter gebraucht. Nach 12 Stunden sollte das Harz eine Honig-ähnliche Konsistenz haben. Nach 24 Stunden ist das Harz fest aber noch nicht belastbar. Eine vollständige Aushärtung kann bis zu 2 Wochen dauern. Genug Zeit um sich um den Rest zu kümmern.

Die Tischbeine

Für die Tischbeine wird eine Eisenkette so zusammengeschweißt damit sie starr ist. An das obere und untere Ende wird ein 5x5cm Stahlblech mit 4mm stärke angeschweißt. In das obere Bleche werden 4 Löcher gebohrt, an dem die Beine an den Tisch geschraubt werden können. Mit dem Winkelschleifer werden die kleinen Schweißspritzer entfernt und die Kanten entgratet.

Danach wird das Ganze lackiert und trocknen gelassen.

zusammengebaute Tischbeine trocknen jetzt

Als Nächstes wird die Unterseite des Tisches mit Öl eingestrichen, um diese vor Feuchtigkeit zu schützen. Danach werden die Füße ausgerichtet und verschraubt. In meinem Fall mit 16 Schrauben (6x40mm). Um den Boden vor Kratzer zu schützen werden vier Möbelgleiter angebracht.

Im Grunde ist der Tisch jetzt eigentlich fertig, allerdings fehlt für meine Bedürfnisse noch eine Ablage unterhalb der Tischplatte.

Ablage unter der Tischplatte

Für die Ablage kommt die Glasplatte von unserem alten Wohnzimmertisch zum Einsatz. Wie diese befestigt wird seht ihr auf den folgenden Bildern.

Um die Gewindestange etwas zu „verstecken“ kommt nun die Druckfeder zum Einsatz. Diese hat keinen statischen Nutzen, sondern dient lediglich der Optik. Mit dem Winkelschleifer wird diese in vier gleichgroße Stücke geschnitten. Danach werden die Enden verschweißt.
Das Ganze wird nun ebenfalls lackiert und nach dem Trocknen an der Tischplatte befestigt.

Nun noch die Glasplatte festgeschraubt und fertig ist der Couchtisch Marke Eigenbau.

Der selbstgebaute Tisch ist fertig

Abschließend möchte ich mich noch bei meinem Vater bedanken, der mich tatkräftig unterstützt hat. Es war ein schönes Projekt, welches sich insgesamt über 3 Wochen gezogen hat. Aber das Ergebnis überzeugt. Der rustikale Tisch passt perfekt in unsere Wohnung und erfreut uns jeden Tag. Gerne könnt ihr hier unten Feedback und Fragen zu diesem Artikel eingeben, ich freue mich von euch zu hören und hoffentlich bis bald.
Viele Grüße,
Tobi

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